Seit mittlerweile 23 Jahren ist der 3. Mai der Internationale Tag der Pressefreiheit. Er soll sowohl auf die Bedeutung freier Berichterstattung als auch die täglichen Verletzungen der Pressefreiheit aufmerksam machen.

Letzte Woche veröffentlichte Reporter ohne Grenzen die Rangliste der Pressefreiheit 2017. Darin ist neben einer weltweiten Verschlechterung der Situation für JournalistInnen vor allem auch ein Wandel in „westlichen“ bzw. demokratischen Ländern zu erkennen.

„Besonders erschreckend ist, dass auch Demokratien immer stärker unabhängige Medien und Journalisten einschränken, anstatt die Pressefreiheit als Grundwert hochzuhalten“

[ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske]

Beispiele sind das Verhalten von Trump gegenüber Medienvertreterinnen und -vertretern oder das geänderte Pressegesetz in Polen. Doch auch Deutschland befindet sich auf der Rangliste lediglich auf Platz 16. 

Deutschland ist von 2015 auf 2016 um 4 Plätze auf der Rangliste gefallen. Grund dafür sind vor allem die vermehrten Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten durch Rechtsradikale und „besorgte Bürger“, sowie religiöse Fundamentalisten. Doch auch politisch hat sich zum Beispiel durch den neuen Strafparagraphen „Datenhehlerei“ die Lage verschlechtert. 

Ein weiteres Zeichen der fehlenden Wertschätzung, zeigt sich meiner Meinung nach, beim „Engagement“ der Bundesregierung für JournalistInnen im Ausland, wie dem in der Türkei inhaftierten Welt-Korrespondenten und deutschen Staatsbürger Deniz Yücel, welches man maximal als halbherzig werten kann. „Höhere Interessen“ wie der Flüchtlingsdeal mit der Türkei dienen als Weichspüler der Kritik deutscher Regierungspolitiker.
Leider gibt es auch hierzulande direkte Repression und Behinderung der Presse. Beispielhaft  dafür sind die Hausdurchsuchungen bei 2 Fotojournalisten vor gut einem Jahr in Berlin. Dabei waren die betroffenen Kollegen keineswegs Beschuldigte einer Straftat. Die Polizei war auf der Suche nach Fotos, die als Beweismittel für einen Fall dienen könnten und betrachtete die privaten Wohnungen, Arbeitsräume sowie das Arbeitsmaterial (Computer, Kamera, etc.) der Fotografen als Selbstbedienungsladen. 

Wer sich näher mit der Situation in den einzelnen Ländern beschäftigen möchte, findet bei Reporter ohne Grenzen eine interaktive Weltkarte zur Rangliste 2017.

Zu guter Letzt sei euch die heutige (03.05.17) ZAPP Ausgabe ans Herz gelegt. Hier beleuchtet das Team um Constantin Schreiber und Anja Reschke in verschiedenen Beiträgen die Bedeutung von journalistischer Arbeit und mit welchen Problem die Medienschaffenden weltweit zu kämpfen haben.

Beste Grüße, euer Taro